Leerstelle (R)Age? Radikalisierung in der zweiten Lebenshälfte als Herausforderung für die Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit.

Radikalisierung in der zweiten Lebenshälfte ist bislang in öffentlicher Wahrnehmung, Forschung und Ausstiegsarbeit wenig beachtet. Die Aufmerksamkeit gilt meist Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei engagieren sich auch ältere Menschen in demokratiefeindlichen Milieus, radikalisieren sich online oder festigen extremistische Weltbilder in späteren Lebensabschnitten. Eine mangelnde Sensibilisierung für zielgruppenspezifische Bedürfnisse und Vulnerabilitätsfaktoren sowie Fragen der Erreichbarkeit von älteren Personen stellen Fachpraxis und Politik vor neue Herausforderungen.
Das Policy Paper plädiert dafür, diese Zielgruppe stärker in den Blick zu nehmen. Es benennt Leerstellen, zeigt Handlungsbedarfe auf und formuliert Empfehlungen für politische Entscheidungsträger*innen. Neben einer besseren empirischen Datenlage braucht es verlässliche Förderstrukturen, geeignete Zugänge zur Zielgruppe sowie eine stärkere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex.